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Als Ihr neuer Pastor bin ich gebeten worden, mich Ihnen hier auf der
Homepage vorzustellen, damit Sie sich ein wenig ein Bild von mir machen
können; obwohl ich eigentlich lieber mit Ihnen persönlich ins
Gespräch kommen würde. Aber dennoch: Am 16. Dezember des Jahres 1951
erblickte in Steudnitz, Kreis Jena, Thüringen ein kleiner Junge das
Licht der Welt und wurde 4 Wochen später auf den Namen Thomas getauft.
Als meinen Namenspatron wählten meine Eltern den Apostel Thomas, also
den "Ungläubigen Thomas", was sich später als Glücksfall
erwies, weil ich mich in meinem Werdegang immer wieder hinter meinen
Namenspatron und sein Zweifeln zurückziehen konnte.
Gut ein Jahr nach meiner Geburt flohen meine Eltern mit der ganzen
Familie zu Verwandten meiner Mutter in den Westen, ins schöne
Sauerland. In Niedermarsberg wuchs ich auf, ging in die Volksschule,
wurde Messdiener und besuchte dann das städtische Gymnasium. Leider
verstarb 1962 jedoch meine Mutter und der Sextaner Thomas war sehr
betrübt und seine Noten sackten in den Keller. Um doch noch zu retten,
was schon fast verloren schien, meine höhere Schulbildung, schickte
mich mein Vater in ein Internat, das von Patres geleitet wurde, von
Steyler Missionaren. Dort war ich so eingebunden, dass ich keine Zeit
hatte, Trübsal zu blasen. So konnte ich dann meine schulische Laufbahn
1970 mit dem Abitur beenden.
Im selben Jahr noch trat ich ins Noviziat der Steyler Missionare in
St. Augustin bei Bonn ein und machte dort 1971 meine ersten Gelübde.
Danach begann das Studium der Philosophie und Theologie an der
Hochschule in St. Augustin. 1975/76 unterbrach ich meine Studien für
ein Jahr, um meinen Berufswunsch als Priester genauer abzuklären. Ich
arbeitete in einer Pfarrei in Greven bei Münster und hörte am Ende
dieses Jahres von den Menschen dort, dass ich unbedingt für den
Priesterberuf geeignet sei und unbedingt weitermachen solle. So
bestärkt fuhr ich mit dem Studium fort, legte 1977 meine ewigen
Gelübde in der SVD ab und wurde dann am 15.3. 1978 zum Priester
geweiht.
Meine erste Arbeitsstelle fand ich für 2 Jahre als Internatserzieher
in Ingolstadt. Da ich nun also in der Jugendarbeit eingesetzt werden
sollte, drängte ich auf eine weitere Ausbildung. 1980 wurde das
Internat in Ingolstadt von der Ordensleitung aus Rom geschlossen. So
ergab sich für mich die Gelegenheit zum Studium. Ich wechselte sofort
an die Stiftungsfachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik
München, in die Abteilung Benediktbeuern, die von Salesianern Don
Boscos geleitet wird. Als Schwerpunkt meines Studiums wählte ich die
außerschulische Bildungsarbeit und erlangte mein Diplom in
Sozialpädagogik im Jahre 1984.
Nun riefen mich meine Ordensoberen nach St. Wendel. Dort leitete ich
2 Jahre lang bis 1986 das Lehrlingswohnheim auf dem Wendalinushof.
Nachdem dort ein Nachfolger für mich gefunden war, durfte ich endlich
das tun, wozu ich letztendlich ausgebildet worden war. Ich kam als
Assistent an die Bildungsstätte im Missionshaus St. Wendel, hielt dort
Einkehrtage für Schulklassen und bot auch selber verschiedene Tagungen
an – von Meditation bis Wandern. Außerdem war unser kleines
Zweimannteam auch für die Berufungspastoral, also für die Werbung des
Ordensnachwuchses in der gesamten Provinz des Ordens zuständig.
Bereits nach meinem Studium 1984 hatte ich gebeten, ein paar Jahre
Missionserfahrung machen zu dürfen. Als Mitglied eines Missionsordens
war ich für junge Menschen zuständig, die Interesse an der Mission
haben. Diese wichtige Aufgabe erschien mir schwierig, da ich nie die
Gelegenheit hatte, selbst Missionserfahrung zu sammeln. Nach einigem Hin
und Her bekam ich schließlich die Erlaubnis für 3 ½ Jahre
Missionserfahrung in den Philippinen. Im Januar 1989 war es dann endlich
soweit: Ich flog nach Manila. Ein knappes halbes Jahr hatte ich Zeit,
die Hauptsprache des philippinischen Nordens zu erlernen und mich ein
wenig in die völlig fremde Kultur der Menschen dort hineinzudenken,
hineinzuleben. Im ersten Jahr war ich Kaplan bei einem Amerikaner, im
zweiten bei einem Philippino hoch in den Bergen, wo es weder Straßen
noch Elektrizität gab. Im dritten Jahr bekam ich meine eigene Pfarrei
und war Pfarrer von San Isidro. Diese Jahre mit den Menschen in den
Philippinen haben mich sehr geprägt. Diese einfachen Menschen vom Lande
glauben mehr mit dem Herzen als mit dem Verstand. Seitdem weiß ich,
dass ich den Glauben an Gott nicht verständlich machen, sondern
fühlbar, nachempfindbar machen muss. Dies bemühe ich mich seither zu
tun.
Nach meiner Rückkehr nach Deutschland ging ich noch für ein halbes
Jahr zu einem spirituellen und theologischen Erneuerungskurs in die
Nähe von Rom. Seit 1993 arbeitete ich dann wieder als Assistent in der
Bildungsstätte in St. Wendel. 1995 übernahm ich die Leitung dieser
Einrichtung und arbeitete dort bis Ende 1999.
Danach wünschte ich mir als neue Tätigkeit, die Arbeit in einer
Pfarrei. Wage begonnen hatte dieser Wunsch bereits damals während
meines Theologiestudiums in der Pfarrei im Münsterland. Er hatte sich
fortgesetzt in der Pfarrarbeit in den Philippinen, in unzähligen
Aushilfen an Wochenenden in den Pfarreien des Saarlandes und der Pfalz,
und besonders während einer Zeit von neun Monaten, als ich in einer
vakanten Pfarrei des Saarlandes alle priesterlichen Dienste übernehmen
durfte. Die Arbeit mit den Menschen aller Altersgruppen, aller Schichten
machte mir Freude und ich bekam viele positive Rückmeldungen. So kam
die Anfrage eines erkrankten Ordensmitbruders aus Oberschwaben sehr
gelegen. Vier Monate übernahm ich dort für ihn die Pfarrei und durfte
noch einmal die Erfahrung der Höhen aber auch Tiefen der seelsorglichen
Pfarrarbeit machen.
So bestärkt wurde ich 2000 Vikar in einer Seelsorgeeinheit unserer
Diözese im Saarland bestehend aus Ottweiler, Maria Geburt und Fürth,
St. Michael. Auf Wunsch meines dortigen Pfarrers und meines Ordensoberen
wurde die Zeit dort auf vier Jahre verlängert.
Nun stehe ich vor einem neuen Lebensabschnitt und hoffe auf Ihr
Gebet, damit es gelingt, die Talente, die der Herrgott mit geschenkt
hat, so für die Menschen der Pfarreien Altrich, St. Andreas, Platten,
St. Martin und Wengerohr, St. Peter einzusetzen, dass mein Wirken unter
Ihnen fruchtbar wird.
Voller Hoffnung und Freude blicke ich in die Zukunft, in eine Zukunft
mit IHNEN!
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